Die Wahl der Regionalsprecherin Vinissima Franken fand am 15.06.2023 nicht an irgendeinem Ort statt, sondern auf dem Fürstlich Castell’schen Domänenamt, dem Geburtsort der fränkischen Silvaner-Pflanzung.
Elisabeth Finkbeiner, Vinissima in Franken und Vertriebsleiterin der Domäne Castell, lud uns zunächst zu einem informativen Rundgang ein und erläuterte an verschiedenen Stationen, wie es dazu kam, dass die Wurzel des fränkischen Silvaner-Erfolgs - nachweislich beurkundet – in Castell zu finden ist.
An der ersten Station im Weinberg erkundeten wir die genetischen Eltern des Silvaners - früher: Österreicher – und die verschiedenen Silvaner-Varianten. Als Beweis der vielfältigen Nutzung des Silvaners gab es hier zur Stärkung ein Glas Castell’schen Silvaner-Sekt.
Anschließend bewunderten wir im exklusiv für uns geöffneten Archiv den urkundlichen Nachweis, dass in Castell 1659 die ersten 25 Österreicher-Fechser gepflanzt wurden. Wie es dazu kam, erläuterte uns anschließend die ehemalige Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer im „Wildbad“. Das Wildbad wurde in früheren Zeiten für Bad- und Trinkkuren mit sogenanntem „Bitterwasser“ genutzt (Wasser mit hohem Schwefelanteil). Die Legende sagt, dass eine Dame dort kurte, deren Gatte Fechser verkaufte. Und während sie im Zuber des Wildbads saß, berichtete von einer robusten, ertragsreichen Rebsorte; der Fürst griff dies auf und bestellte 25 Fechser und legte damit den Grundstein aller fränkischen Silvaner-Pflanzungen.
Nach der Wahl der Regionalsprecherin (bewährt: Gabriele Brendel) und ihrer Vertreterin (neu: Heike Philipp) gesellte sich überraschend Fürst Ferdinand zu Castell-Castell mit einem Einblick in Inhalte und Hintergründe seines Buches „Der Wald für unsere Enkel“ zu uns. Den Abend beschlossen wir mit guten Gesprächen, einer leckeren Brotzeit u. a. mit Produkten aus der Castell’schen Jagd und mit -natürlich - Begleitung der großartigen Weine der des Fürstlich Castell’schen Domänenamts.
Text: Heike Marquardt
Fotos: Heike Philipp





